RP, 07.09.2026, Kamp-Lintfort
Die Gruppe "Synkope" begeisterte das Publikum in der Scheune auf dem Nimmendohrhof in Kamp-Lintfort. Foto: Olaf Reifegerster
Hofkonzert in Kamp-Lintfort
Zwischen Duduk, Alphorn und „Griechischem Wein“
Kamp-Lintfort · Die Gruppe „Synkope“ verband auf dem Nimmendohrhof in Kamp-Lintfort orientalische Instrumente mit westlichen Klängen. Das Publikum sang in der Scheune begeistert einen Schlager von Udo Jürgens mit; am Mittwoch folgt ein Nachklang in Neukirchen-Vluyn.
Von Olaf Reifegerste
Am Sonntag ist das diesjährige „Höfefestival – Hofkonzerte im Kreis Wesel“ des Vereins Kulturprojekte Niederrhein zu Ende gegangen. Zwei Wochen lang fand jeden Tag an einem anderen Ort ein Konzert statt. „Ich habe den Eindruck“, so Rüdiger Eichholtz als Veranstalter, „dass der Besuch gegenüber 2025 noch einmal gesteigert werden konnte.“ Exakte Zuschauerzahlen gibt es allerdings nicht, da der Eintritt frei ist.
Die Scheune war rappelvoll
Auch beim vorvorletzten Hofkonzert am Freitagabend auf dem Nimmendohrhof in Kamp-Lintfort war die große Scheune rappelvoll. Wegen der unsicheren Wetterlage zogen es Eichholtz, die Hofeigentümer Agnes Rademaker und Klaus Ernst wie auch die Musiker vor, das Konzert drinnen und nicht draußen im Hof durchzuführen. Zu Gast auf dem Hof war das Ensemble „Synkope“, das tags zuvor auf dem Springenhof in Neukirchen-Vluyn und davor auf dem Raymakershof in Sonsbeck gastierte.
Orientalische Instrumente und westliche Klangwelten
Die Band ist eine fünfköpfige Musikformation, bestehend aus zwei Frauen (Laila Mahmoud und Cham Saloum) und drei Männern (Youssef Laktina, Jonathan Sell und Simon Bernstein). Als Ersatz für Bernstein spielte hier allerdings Noah C. Yoda Kaub. „Synkope“ ist für ihre außergewöhnliche Musik bekannt, bei der traditionelle orientalische Instrumente und klassische westliche zusammen moderne Klangwelten erschaffen. Dabei bleiben die Stücke sowohl melodisch als auch textlich hochemotional, geht es doch inhaltlich vor allem um Wut- und Angstempfindungen, manchmal aber auch um Einsamkeits- und Glücksgefühle.
Eine künstlerische Vision
Das erste Set des Abends, bestehend aus vier Musiktiteln, handelte genau davon, wie sich Laila, Cham und Youssef nach ihrer Flucht aus Syrien in Deutschland erstmals trafen und kennenlernten. Es entstand eine tiefe Freundschaft. Daraus wiederum entstand das Projekt „Synkope“ als gemeinsame künstlerische Vision. Hierzu gesellten sich noch die beiden Deutschen Jonathan und Simon. Nach der Pause dann fand das zweite Set statt, das ebenfalls aus vier Musikbeiträgen bestand. Nachdem zunächst ein stark Rhythmusversetzter Song erklang, schloss sich eine orientalische Komposition an, in die sich erst der Klang und dann das Instrument Alphorn selbst (gespielt von Johannes Bär) in das Stück schob.
André Meisner als Gast
Das klang genial und war effektvoll inszeniert. Als zweiter „Synkope“-Gast trat beim nächsten Song dann André Meisner mit seiner Duduk in Erscheinung. Während Bär als eine Art Improviser des Festivals gilt, agierte Meisner hier, weil er auf dem Nimmendohrhof wohnt und lebt. Diese Form des Zusammenspiels aller erreichte ihren Höhepunkt bei dem Udo-Jürgens-Lied „Griechischer Wein“ als Zugabe, bei der das Publikum heftig mitklatschte und den Songtext lautstark sang.
Der Nachklang in Neukirchen-Vluyn
Als eine Art Nachklang zum Höfefestival versteht sich wohl das Dialog-Konzert zwischen dem Kontrabassisten Achim Tang und dem Pianisten Matthias Dymke am Mittwoch, 9. September, um 20 Uhr im Freiraum Klingerhuf in Neukirchen-Vluyn.
(reif aka )





