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SCHON DABEI?

RP, 16.03.2026, Kamp-Lintfort

Frank Schemmann reiste im Januar 2025 mit dem „Deutschen Medikamenten-Hilfswerk action medeor e.V.“ in die Ukraine. Foto: Jutta Langhoff

 

„Danke, dass wir nicht vergessen sind“

Ausstellung „Faces of Ukraine“

Kamp-Lintfort · Der Moerser Fotograf Frank Schemmann erzählt in der Ausstellung „Faces of Ukraine“ von seiner Begegnung mit den Menschen in der Ukraine. Die Fotografien sind im Schirrhof zu sehen. Er gibt dem ungebrochenen Stolz und der Würde der Ukrainer einen Ausdruck.

Von Jutta Langhoff

Gesichter voller Würde und Stolz in einem vom Krieg verletzten Land sind derzeit unter dem Titel „Faces of Ukraine“ in einer Ausstellung des Moerser Fotografen Frank Schemmann im Kamp-Lintforter Kulturzentrum „Schirrhof“ an der Friedrich-Heinrich-Allee 79 zu sehen. Eine Woche lang war der 58-Jährige dafür im Januar 2025 mit dem „Deutschen Medikamenten-Hilfswerk action medeor e.V.“ in der Ukraine unterwegs und hatte dabei „viele tausende Fotos“ vor allem von Frauen, Kindern und alten Menschen in zerstörten Häusern, Notunterkünften und improvisierten Begegnungsorten gemacht.

„Die Menschen dort lassen sich trotz allem ihren Stolz nicht nehmen“

30 dieser Bilder hat er ausgewählt und stellt sie jetzt bis Mitte Juni im Schirrhof aus. Dabei ging es ihm bei den Aufnahmen nicht darum, das Elend in dem seit inzwischen vier Jahren mit Russland im Kriegszustand befindlichen Landes zu zeigen, sondern dem „ungebrochenen Stolz und der Würde der dort lebenden Menschen einen angemessenen Ausdruck zu geben“. „Deren Haltung hat mich sehr beeindruckt“, schilderte er seine Eindrücke am Sonntag bei der Ausstellungseröffnung: „Auch, wie angstfrei und ohne Vorbehalte sie mir als Fotograf begegnet sind, und wie warmherzig und gastfreundlich sie waren. Die Menschen dort lassen sich trotz allem ihren Stolz nicht nehmen.“


INFO
Weitere Veranstaltungen sind geplant
Laufzeit Die Fotoausstellung „Faces of Ukraine“ des Moerser Fotografen Frank Schemmann findet bis zum 14. Juni im Kamp-Lintforter Kulturzentrum „Schirrhof“ an der Friedrich-Heinrich-Allee 79 statt. Während der Ausstellungsdauer sind noch weitere Veranstaltungen zum Thema geplant, darunter die Vorführung eines ebenfalls von Frank Schemmann stammenden Films, den er als Begleiter einer vom „Deutschen Medikamenten-Hilfswerk action medeor“ durchgeführten ukrainischen Hilfslieferung gedreht hat. Angaben dazu und auch zu den Öffnungszeiten der Ausstellung gibt es telefonisch unter 02842 912446.


All seine in der Ausstellung gezeigten Fotos besitzen eine erstaunlich ruhige Intensität und laden dazu ein, vor ihnen zu verweilen und sie länger zu betrachten. Oft sind es alte Frauen und Männer, die einem dabei feundlich, gleichzeitig aber auch ernst entgegenblicken. Ein Foto zeigt ein kleines, schüchtern lächelndes Mädchen, auf einem anderen ist ein trauriges Kind mit einer lädierten Puppe im Arm zu sehen. Neben dem Bild einer vor ihrem notdürftig reparierten Haus stehenden, alten Frau hatte Frank Schemmann handschriftlich ihre Aussage zitiert: „Danke, dass wir nicht vergessen sind.“

Alle von ihm gemachten Bilder sind sowohl in größeren Städten wie Odessa als auch in kleinen Dörfern auf dem Land enstanden und zeigen bewusst meist nur im Hintergrund mal mehr und mal weniger zerstörte Häuser. Zusätzlich zu seinen Fotos hat Frank Schemmann bei seinem einwöchigen Besuch in der Ukraine noch einen elfminütigen Film gedreht, der allerdings erst im weiteren Verlauf der Ausstellung zu sehen sein wird. Wann das genau ist, steht noch nicht fest, wird aber rechtzetig bekannt gegeben, versprach er.

„Ich denke, was dort für ein Unrecht geschieht, sollten möglichst viele Menschen sehen.“

Ob die Ausstellung ab Mitte Juni vielleicht noch an anderen Orten gezeigt wird, konnte er ebenfalls nicht sagen, hoffte es aber: „Ich denke, was dort für ein Unrecht geschieht, sollten möglichst viele Menschen sehen.“ Das wünschte sich am Sonntag bei der Ausstellungseröffnung auch die für die regionale Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit der „action medeor“ zuständige Referentin Stephanie Wickerath. „Die Hilfsbereitschaft in Deutschland war bis jetzt schon sehr groß“, lobte sie am Sonntag in einer Ansprache: „Wir konnten inzwischen für rund 15 Millionen Euro Medikamente und medizinische Hilfgüter in die Ukraine schicken. Wer sagt, in Deutschland gäbe es keine Solidarität mehr, der irrt.“

Frank Schemmann arbeitet seit vielen Jahren als Werbefotograf und Filmemacher für Unternehmen und verschiedene Institutionen, seine besondere Liebe gilt jedoch schon seit seiner Ausbildung der Porträt-Fotografie, wobei er sich häufig sozialen Themen widmet. Erst vor Kurzem war er mit seinen Arbeiten in einer Ausstellung im Moerser „Kunstverein Peschkenhaus“ zu sehen, und auch im Düsseldorfer Stadtmuseum hat er schon ausgestellt.

Die Ausstellungseröffnung am Sonntag wurde musikalisch vom ukrainischen Frauenchor „Synergie“ des gerade neu in der Gründung befindlichen Vereins „Sozialprojekte Niederrhein“ begleitet. Darüber hinaus lud ein vom selben Verein organisiertes Büffet zum Genuss diverser ukrainischer Speisen ein.

(lang aka )

 

 




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